Narrengilde Schussentäler e.V. Reute
Wa muinet´r - Ha wellaweag

Überblick Vereinsjahr

Wer annimmt, dass die Mitglieder der Narrengilde nur während der fünften Jahreszeit aktiv sind, irrt: tatsächlich lässt uns die Fasnet das ganze Jahr über nicht los. Im Folgenden geben wir einen Überblick über die zahlreichen Termine und Arbeitseinsätze, die von Vorstandschaft und Narrenrat in den monatlichen Sitzungen organisiert werden.


Kaum sind die Häser nach dem Kehraus wieder gereinigt in Kisten und Schränken verstaut, werden die Mitglieder zur Jahreshauptversammlung eingeladen. In den Berichten der 1. Vorsitzenden, des Chronisten und des Säckelmeisters findet ein ausführlicher Rückblick über die vergangene Fasnet und ein Ausblick auf das kommende Vereinsjahr statt.


Für die Teilnahme an der Dorfmeisterschaft im Schießen werden unmittelbar nach der Fasnet die zielsichersten Mitglieder des Vereins gesucht. Im vergangenen Jahr konnte die Narrengilde mit dem ersten Platz den begehrten Siegerpokal gewinnen!


Fleißige Hände sind gefragt, wenn in den letzten Apriltagen Berge von Tannenreis aus dem Wald geholt werden. Dieses wird dann auf dem Dorfplatz zu zwei riesigen Kränzen und einer langen Girlande für den Maibaum verarbeitet. Der prächtig geschmückte Baum wird am Vorabend des 1. Mai unter Mithilfe von Werner Halder gestellt. Anschließend feiern die beteiligten Helfer im Rahmen einer gemütlichen Hockete im Vereinsheim.


Wenn die Narrengilde zur Maiwanderung aufruft, kommt es auf gute Kondition und Ausdauer an: häufig entwickeln sich die Ausflüge auf Schusters Rappen oder auch mit dem Fahrrad zu recht abenteuerlichen Touren! Auch an der Wald- und Wiesengaudi der befreundeten Durlesbach-Schalmeien, dem Fußballturnier der AH sowie verschiedenen Sommerspielen und Turnieren anderer Narrenzünfte beteiligen sich von Mai bis Juli unsere sportlichsten Mitglieder.


Im Sommer findet ein Hüttenwochenende in Steibis statt. Ausgiebige Wanderungen mit einem guten Bergführer und lange Hüttenabende fördern die Pflege der Vereinsgemeinschaft und die Kameradschaft unter den Mitgliedern. Grillfeste der drei Maskengruppen runden das Sommerprogramm ab.


Im folgenden Herbst gilt es, die nahende Fasnet vorzubereiten, Einladungen zu  verschicken, Termine für die Auswärts-Umzüge abzustimmen und den Terminkalender zu erstellen. Nicht zuletzt beginnt jetzt die „heiße Phase“ des Einstudierens der Programmpunkte für die kommenden Veranstaltungen. Alle aktiven Mitglieder werden nun verstärkt gefordert!


Am 11. 11. ist es endlich soweit: zum Fasnetsauftakt treffen sich die Mitglieder bereits um 11.11 Uhr zu einem närrischen Frühschoppen im Vereinsheim. Der Büttel verliest den Fasnetskalender und überreicht die Sprung-Orden. Mit Spannung wird erwartet, welche Missetaten das Narrengericht verhandelt und welche Strafen für die betroffenen Narren ausgesprochen werden.


Im Dezember findet das Narrengilde-Pokalturnier statt, bei dem die Maskengruppen gegeneinander antreten. Mit der anschließenden Adventsfeier lassen wir das Jahr ausklingen!


Die Teilnahme an der Maskenbelehrung unmittelbar nach Dreikönig ist Pflicht für alle Maskenträger, die an den Umzügen teilnehmen. Der Büttel belehrt sie über die Häsordnung, Rechte, aber vor allem Pflichten, die ein Narr in seinem Häs hat.


So richtig fängt die Fasnet in Reute mit dem ersten Ball an: Bei der Goißawäsch im Sternensaal wird die Fasnet in Form eines Schalknarrs geweckt. Anschließend werden die Masken aus der Truhe geholt, die Goiß wird gewaschen und die Fasnet kann beginnen! Die Verleihung der Arbeitsorden durch Reiner Bosler und ein buntes Programm mit anschließendem Tanz runden den Ball ab.
Es folgt eine Vielzahl von Umzügen: mehr als ein Dutzend mal fahren Schussentäler, Schwaaz Ageth, Goiß und Riedrälle mit Bussen gemeinsam zu befreundeten Zünften zu deren Umzügen. Dazwischen gibt es immer wieder Arbeitseinsätze, z.B. das Aufhängen der Fasnets-Bändel oder die Dekoration der Durlesbachhalle.


Das Reutener Fasnetswochenende beginnt am Freitag Abend vor dem Gumpigen Donnerstag: mit Zeremoniell wird das Narrenrecht von der Ortschaftsverwaltung gefordert. Dem lautstarken Verlangen des Präsidenten kann der Ortsvorsteher natürlich nicht widerstehen: Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als ihm – wenn auch widerwillig – den Schlüssel des Rat-hauses auszuhändigen!


Samstag Nachmittag beginnt auch für die Kleinen mit dem Kinder-Umzug samt Narrenbaum die fünfte Jahreszeit. Der Narrenbaum wurde früher von Georg Baumeister’s Pferdegespann gezogen. Seit der Gründungszeit der Narrengilde ist Georg Baumeister Vorreiter beim Reutener Umzug. Viele Jahre hat er weder Mühen noch die winterliche Kälte gescheut und ist mit seinem Pferdegespann von Baindt nach Reute gekommen, um den Narrenbaum an seinen Bestimmungsort zu ziehen.


Aus Sicherheitsgründen übernahm jedoch vor einigen Jahren ein ungefährlicheres Gespann diese Aufgabe: seither ziehen Maskengträger gefolgt von unzähligen Mäschkerle und musikalisch begleitet den Baum vom Gasthaus Stern zum Dorfplatz.


Nach dem Aufstellen des Narrenbaumes beginnt in der von der Narrengilde bunt dekorierten und nun bewirteten Durlesbachhalle der Kinder- und Gemeindenachmittag mit Programm, Musik und vielen Spielen.


Der Fasnetssonntag beginnt mit einer Gemeindemesse, die von der Narrengilde gestaltet wird.


Im Anschluss findet der Zunftmeisterempfang statt, bei dem die Vertreter der am Umzug teilnehmenden Zünfte, Ulk- und Musikgruppen begrüßt und verdiente Narren mit den Orden des ANR geehrt werden. Den Höhepunkt bildet selbstverständlich der Umzug. Das närrische Treiben endet auf dem Dorfplatz und in der Durlesbachhalle.
Vom Gumpigen Donnerstag bis zum Fasnetssamstag ist mit den Schnurrern das Zigeunervolk in der Gemeinde unterwegs. Den traurigen Abschluss findet die Fasnet nach einem Fackelumzug beim Fasnetsverbrennen mit Trauerrede und dem anschließenden Kehraus.